Stille Frequenz

Sandra Becker

Writing at Stille Frequenz

About

37, Projektleiterin in einer IT-Beratung in Schwabing, München. Mein Kalender hat für gewöhnlich mehr parallele Projekte, als eine Woche Stunden hat, und das ist keine Beschwerde, sondern eine Tatsache, mit der ich seit Jahren lebe.

Im Frühling 2024 kippte das in ein Quartal, das mich fast überrannt hat. Ich lag nachts um drei einfach wach, ohne erkennbaren Grund, während der Kopf weiterlief wie im Büro. Melatonin-Spray half drei Tage. Eine Schlafhygiene-Checkliste habe ich brav abgehakt und dann vergessen. Eine App mit Regengeräuschen habe ich nach zehn Minuten genervt weggeklickt.

Den entscheidenden Tipp gab mir Kordula Wittig, eine Kollegin, die selbst wegen zu viel Bildschirmzeit abends schlecht einschläft. Sie schickte mir einen Link zu einer Frequenz-Audio-Plattform mit dem Kommentar: probier das mal ohne Erwartung. Ich war skeptisch, das klang nach Räucherstäbchen und Esoterik-Podcast. Ich probierte es trotzdem, weil verzweifelt mehr wog als skeptisch.

Rund 20 Minuten Frequenz-Audio jeden Abend, drei Wochen lang, dann schlief ich zum ersten Mal seit Monaten wieder durch. Ob das am Audio lag, an der neuen Abendroutine oder daran, dass das schlimmste Projekt endlich abgeschlossen war, kann ich bis heute nicht sauber trennen. Was ich weiß: ich mache seitdem weiter, weil es hilft.

Mittlerweile nutze ich verschiedene Frequenzen auch tagsüber für Fokus-Phasen, vor allem in Wochen mit zu vielen parallelen Deadlines. Sogar Bernd Fischbacher, unser Teamleiter und notorischer Skeptiker bei allem, das nach Selbstoptimierung klingt, hat irgendwann zugegeben, dass es bei seinem Nachmittagstief geholfen hat. Ich dokumentiere in einer simplen Notizen-App, was ich wann ausprobiere und was mir danach auffällt, seit über zwei Jahren.

Ich bin Projektleiterin mit einer wachsenden Sammlung an Schlafnotizen, keine Schlafmedizinerin und keine Neurowissenschaftlerin. Was hier steht, sind eigene Erfahrungswerte, keine Diagnosen. Jeder reagiert unterschiedlich auf Audio-Frequenzen, und wer seit Monaten schlecht schläft oder sich dauerhaft ausgebrannt fühlt, sollte das mit einem Arzt oder einer Therapeutin besprechen, nicht nur mit einem Kopfhörer. Trinke nach wie vor zu viel Kaffee dabei und habe jedes Mal ein schlechtes Gewissen.

Important note

Die Inhalte auf dieser Seite basieren auf persönlichen Erfahrungen und dienen ausschließlich zu Informations- und Reflexionszwecken. Sie ersetzen keine medizinische oder psychologische Beratung. Bei anhaltenden Burnout-Symptomen, depressiven Verstimmungen oder Schlafstörungen wende dich bitte an einen Hausarzt oder Psychotherapeuten. In akuten Krisen ist die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 (kostenlos und anonym) rund um die Uhr erreichbar.

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